Blog, Interview
28.02.2015

Nur nicht verzetteln!

Erfolgreiches Autorenmarketing im Web
von Josefine Gottwald
Im Rahmen der Blogtour „Autorenmarketing im Web - Hilfreich oder unnütz?“ hat die Bloggerin Vera Nentwich (http://bit.ly/1BUGhFt) ein paar Fragen in den virtuellen Raum gestellt, zu denen sie Erfahrungen verschiedener Autoren sucht. Vielleicht findet ihr das Thema ja genauso spannend und wollt mit diskutieren!


Bild: Vera Nentwich

Welche Bedeutung hat dein Blog für dein Marketing im Web?

Josefine Gottwald: Als Marketinginstrument gesehen, befindet sich mein Öffnet internen Link im aktuellen FensterAutorenblog noch in der Aufbauphase. Ich kann bei meinen aktuellen Besuchszahlen noch nicht sagen, dass Leser darüber auf meine Schreibtätigkeit aufmerksam werden, aber das soll letztendlich das Ziel sein. Zusätzlich baue ich ein Onlinemagazin unter www.ewigewelten.de auf, um persönliche Leseempfehlungen zu geben und auf interessante Kollegen hinzuweisen. Auf diese Art kann man schließlich auch Communitys verbinden, sodass am Ende alle davon profitieren: Leser, die etwas Neues entdecken und Autoren, die vielleicht sonst teilweise selten eine Plattform finden.

Wie oft veröffentlichst du einen Blogartikel und zu welchen Themen schreibst du?

Josefine Gottwald: Ich poste meine Beiträge zum Schreiben im Moment sehr unregelmäßig und eigentlich nur, wenn mir ein Thema auf den Nägeln brennt. Unter Ewigewelten versuche ich aktuell, einmal wöchentlich einen Artikel zu schreiben, wobei ich momentan noch nicht alle Rubriken gleichmäßig bediene ...

Auf welchen Social-Media-Plattformen bist du vertreten und wo besonders aktiv?

Josefine Gottwald: Neben der Website bediene ich Öffnet externen Link in neuem FensterFacebook am meisten und sehr regelmäßig. Seit ich mehrere hundert Follower habe, poste ich dort, wenn ich es schaffe, unter der Woche täglich etwas. Für Öffnet externen Link in neuem FensterEwigewelten ist es noch nicht ganz so viel. Zusätzlich teile ich interessante Links und Bilder über meine Twitter-Kanäle, jeweils für mich Öffnet externen Link in neuem Fensterals Autorin und Öffnet externen Link in neuem Fensterfür Ewigewelten. Regelmäßig, aber nicht ganz so häufig, betreue ich auch Seiten auf Öffnet externen Link in neuem FensterYoutube, Öffnet externen Link in neuem FensterGoogle+, Öffnet externen Link in neuem FensterPinterest und Öffnet externen Link in neuem FensterDelicious. Außerdem gibt es Präsenzen auf Öffnet externen Link in neuem FensterAbout.me, Öffnet externen Link in neuem FensterXing und ein Öffnet externen Link in neuem FensterAmazon Autorenprofil.

Wie oft postest du etwas auf den Social-Media-Plattformen und was sind die Inhalte deiner Posts?

Josefine Gottwald: Die Inhalte unterscheiden sich nicht immer in der Thematik, sondern eher in der Umsetzung. Links finde ich wichtig für Twitter, auch Bilder sind da nett. Absolut essentiell sind Bilder auf Pinterest, Flickr, Tumblr oder Instagram, die man aber kaum alle gleichzeitig pflegen kann. Auch auf Facebook wirken Fotos sehr gut, vor allem, wenn man Menschen sieht, zum Beispiel bei Veranstaltungen. Links sind da eher nicht so beliebt, weil die User die Plattform ungern verlassen. Facebook unterstützt zum Beispiel (im Augenblick) aktiv, dass man Videos vor Ort hochlädt, indem es dann eine bewegte Vorschau integriert. Trotzdem ist Youtube dafür die spezialisiertere Plattform – gerade bei GEMA-pflichtigen Inhalten wäre ich vorsichtig.

Was vor allem bei Facebook-Nutzern sehr gut ankommt, sind persönliche und emotionale Posts. Einfach Werbung zu machen, reicht nicht und ermüdet die Fans schnell; man sollte sich bemühen, sie einzubinden, und hin und wieder auch einen kleinen Blick ins Privatleben erlauben – die Erfahrungen, die man damit macht, sprechen für sich. Natürlich muss jeder seine eigene Grenze finden!

Auf welchen Special-Interest-Plattformen, wie Lovelybooks usw., bist du vertreten? Wie aktiv nutzt du sie?

Josefine Gottwald: Ich rezensiere neben Öffnet externen Link in neuem FensterLovelybooks auch für Öffnet externen Link in neuem FensterAmazon – wobei ich mich da kaum in die Community integriere. Auch auf Öffnet externen Link in neuem FensterBookrix könnte ich noch viel aktiver werden – zum Beispiel auch als Leserin. An Lovelybooks mag ich den direkten Kontakt zu den Fans, vor allem, wenn ich Leserunden veranstalte. Das Feedback, was man als Autor dort bekommt, ist sehr persönlich und detailliert – eine tolle Möglichkeit!Der Begriff »sozial« schleicht sich in immer mehr Online-Medien, aber Aufwand und Effekt können stark variieren.

Gibt es noch andere Tools im Web, die du für dein Marketing nutzt?

Josefine Gottwald: Ich bekomme Newsletter und RSS-Feeds von spannenden Blogs – oft greife ich aber auch auf die »altmodischen« Lesezeichen zurück ... Auf meinen Seiten ist GoogleAnalytics integriert, vielleicht kommt auch mal noch Adwords dazu. Diverse Widgets habe ich eingebunden, um einen kleinen Mehrwert zu bilden oder auch die Finanzierung zu unterstützen. Unter Blogspot und Wordpress.com habe ich Probeblogs angelegt, um die Systeme kennen zu lernen und meinen Namen als Marke abzudecken. Dropbox nutze ich sowohl privat, als auch beruflich, um Daten für diverse Artikel auszutauschen. Für eine schöne Erfindung halte ich auch die CreativeCloud, wenn man gern Adobe-Programme nutzt.

Wie definierst du Erfolg für deine Aktivitäten im Web?

Josefine Gottwald: In erster Linie geht es um Traffic – oder schöner: Aktivität in Form von Kommunikation. Wenn ich es schaffe, die User hinter dem Ofen vorzulocken, sodass sie eine Bewertung oder noch besser einen Kommentar dalassen, erfüllen die Plattformen aus meiner Sicht ihren Sinn (umso besser ist es, wenn ein Beitrag weiteremfpohlen wird). Über die steigende Reichweite werden schließlich immer mehr Menschen auf meine Tätigkeit aufmerksam. Das ist denke ich das, was man sich zum Ziel setzen sollte. Es ist schwierig, den Erfolg von Social Media Marketing zum Beispiel anhand von Verkaufszahlen zu messen; es geht eher darum, im Gespräch zu sein. Wo ich den Erfolg aber schon sehr gut gesehen habe, war nach einer Lovelybooks-Leserunde, bei der die ersten Rezensionen für mein neues Buch entstanden – oder genauso nach einer Blogtour. Auf diese Art kann man Monat für Monat eine Marketing-Aktion planen und dann den Erfolg beobachten.

Hast du weitere Pläne oder Ziele für deine Marketingaktivitäten im Web?

Josefine Gottwald: Ich glaube, jeder Künstler, der im Web aktiv ist, nimmt sich vor, noch mehr Leute zu erreichen. Mein Zulauf bei Facebook beträgt im Moment zum Beispiel circa 100 Fans im Jahr, aber das reicht mir natürlich noch nicht! Ich will meine Postings noch mehr so gestalten, dass die Leute begeistert aktiv werden und den Austausch suchen. Außerdem bin ich immer offen für neue Wege: Aktuell mache ich zum Beispiel meine ersten Youtube-Schritte und empfinde das als abwechslungsreiche Ergänzung!

Was ist dein Tipp an alle Anderen, die sich auch mit Autorenmarketing im Web beschäftigen?

Josefine Gottwald: Wenn man sich als Neuling auf das Feld vorwagt, sollte man sich nicht verzetteln: Ein bisschen Umschauen auf Facebook und Lovelybooks wird einen schon eine Weile beschäftigen. Eher statische Ergänzungen – wie das Amazon-Autorenprofil – kann man jederzeit dazunehmen. Ist man selbst aktiver Twitter-User, fühlt man sich vielleicht dort zuerst wohl, man muss es ja nicht gleich übertreiben – schließlich braucht man auch zum Schreiben noch Zeit! Wenn man sich für einen Blog entscheidet, sollte man versuchen, ihn regelmäßig zu füttern; aber in der Regel passiert das ohnehin aus einem inneren Antrieb heraus! Hat man am Social Media Marketing keinen Spaß, werden auch die größten Bemühungen kaum Früchte tragen.

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